es ist viel passiert! Und der Walfisch läuft und läuft und läuft

Seit meinem letzten Beitrag ist eine kleine Ewigkeiten vergangen. Aber nicht das Ihr denkt, ich hätte tatenlos herumgesessen. Es hat sich sehr viel getan! Und allem voran läuft der blaue Walfisch nun endlich rund und gurgelt wie ein Baby! 🙂 Fangen wir aber ganz von vorne an..

Die verkappte Elektroverkabelung des Vorbesitzers war mir immer schon ein Dorn im Auge. Also habe ich mich zuallererst darum gekümmert, zu analysieren was er dort eigentlich wie zusammengebastelt hat und wie es im Original sein muss. Außerdem habe ich wieder mal mehrere Großbestellungen von Dietmar von us-rubbertparts erhalten, um meinem Chevy endlich wieder seine Würde wiederzugeben. Im Einzelnen waren das

  • ein viergeteilter Tacho (leider in Kilometer, statt Meilen)
  • die Quartzuhr in der Mittelkonsole
  • der Kippschalter für die Zentralverriegelung in der linken vorderen Armlehne
  • die Aufnahme für den Aschenbecher, plus Aschenbecher
  • sämtliche Schienen und Kabelzüge, sowie Abdeckungen für die zweite Rückbank
  • das Rückenteil der zweiten Rückbank, samt Staufachabdeckung (mit blauem Teppich)
  • eine andere Hecktürabdeckung mit blauem Teppich
  • der komplette Innenteppich von vorne bis hinten
  • Gurte für die hintere Sitzbank
  • neue Klippse für den Dachhimmel und die äußeren Zierlisten an den hinten Fenstern

Vielen, vielen Dank dafür Dietmar! Da hast Du Dir wirklich ganz schön etwas aufgebürdet 😉

 

Außerdem habe ich mit Hilfe von Herrn Grafenberger aus Berlin Alt-Mariendorf endlich den Fehler im unrunden Lauf und dem Stottern meines Chevys gefunden.

Und zu guter letzten habe ich mal versucht mit Hilfe der App „Fuel Monitor“ meinen Verbrauch zu messen. Man gibt dort nur die Fahrzeugmarke und das konkrete Modell ein und sämtliche Durchschnittsverbrauchswerte sind bereits hinterlegt. Die App analysiert dann mit Hilfe des GPS Senders den Verbrauch und die Fahrweise und gibt detailgenaue Auskunft. Nach einer längeren Reise von Berlin über Magdeburg nach Rheinsberg und zurück nach Berlin (ca. 800km) verbrauche ich also im Schnitt ca. 11l auf 100km und auf meiner Fahrt nach Polen zum Tanken habe ich sogar nur 10l verbraucht. Prima!

Und ein ganz persönliches prägendes Erfolgserlebnis habe ich auch zu berichten:
ich habe meine erste richtige Reparatur selbstständig erledigt, in dem ich die Bremsbeläge vorne gewechselt habe!

 

Aber nun Stück für Stück:

Elektrik

IMG_2956Die Kabel des alten Radios waren völlig abgeschnitten und auf interessante Weise mit Lüsterklemmen an das neue Radio montiert. Meine Bibel ist mittlerweile das originale GM Werkstatthandbuch von 1986, womit ich nun letztendlich herausgefunden habe, was wie zusammengehört. Ich habe also die Lüsterklemmen durch Quetverbinder ersetzt (danke an den Elektriker für seine Crimpzange!) und bei dieser Gelegenheit auch endlich die Quartzuhr in der Mittelkonsole korrekt angeschlossen.
Das Einzige was nun immer noch nicht funktioniert ist, ist der Lautsprecher hinten links. Aber das ist ein anderes Thema.

Den Einbau des Tachos habe ich leider noch nicht (erfolgreich) vollziehen können, denn die Steckerbelegung ist völlig anders und ich habe keine vorverlegten Anschlüsse für den Volmeter. Dank des o.g. Werkstatthandbuchs wird das aber auch kein Problem darstellen. Muss ich mich mal in Ruhe drum kümmern.

Interiour

IMG_3626Wie Ihr eventuell schon in früheren Beiträgen gelesen habt, hat der Vorbesitzer die beiden Rückbänke ausgebaut und zwecks LKW Zulassung die Sitzaufnahmen abgeflext, bzw. abgebogen und die Gewinde für die Gurte zugeschweißt. Außerdem befand sich ein Stahlgerüst als Auflage für eine große Platte im Heck. Den ganzen Kram habe ich mit einem Bekannten entfernt und dabei glücklicherweise entdeckt, dass in die Gurtgewinde mangelns Zollschrauben normale Imbusschrauben gesteckt und nun angepunktet waren. Nach getaner Arbeit besaß der Dicke dann zumindest wieder die normale Rückbank – und die sitzt sich verdammt bequem!
IMG_3633Wie bereits erwähnt, hat Dietmar von us-rubberparts mir einige größere Lieferungen geschickt und damit auch die kompletten Schienen, Halterungen, Bautenzüge, Hebel und Abdeckungen IMG_3886für die zweite Rückbank, samt dem Rückenteil jener Rückbank und der Klappe zum Staufach. Ich konnte somit mit relativ wenig Aufwand und komplett ohne Schweißen alles wieder so einbauen, wie es sich gehört. Man bin ich froh! Und auch das Füllblech zwischen Rückbank und zweiter Rückbank habe ich nun mit neuen Sprengringen versehen und wieder zur Funktion verholfen.
IMG_3873Etwas länger in der Vergangenheit habe ich den hinteren Dachhimmel entfernt, um nachzusehen wie es darunter aussieht. Wer schon länger mitliest weiß, dass der Vorbesitzer den Dachgepäckträger entfernt und auf den Schrott geschmissen hatte. Die Löcher wurden dann mit Silikon und Panzertape „abgedichtet“. Dadurch geriet auch Feuchtigkeit unter den Dachhimmel und das Metall rostete. Also nahm ich mir während des Einbaus der hinteren Sitzbänke noch ein paar Stunden Zeit und den Schleifbürstenaufsatz für die Bohrmaschine, um den hinteren Teil des Dachs zu entrosten und mit Rostumwandler zu behandeln. Das Ergebnis kann sich sehen lassen! 🙂 Anmontieren werde ich den Himmel jedoch nicht, denn im kommenden Jahr möchte ich ihn professionell durch einen Sattler neu beziehen lassen.

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Vergaser und Motorelektrik

IMG_3719Ihr kennt ja bereits meine Bemühungen, den Motor zum Laufen zu bringen. Vielen Dank auch für all Eure Tipps! Nach Ersetzen der Krümmerdichtung, Überprüfen der Nebenluft, der Sensoren, der Verteilerkappe samt Finger und und und konnte ich den Fehler trotzdem nicht finden. Aber anscheinend hatte auch meine bisherige Werkstatt nicht genug Ahnung (mache ihnen trotzdem keinen Vorwurf daraus). Meine Vermutung lag in der Funktion bzw. Fehleinstellung des Vergasers, denn der Motor ruckelte im Stand und zuckelt, als wenn ein schwerer Hänger hinten dran hängt beim Schalten in den höchsten Gang und langsamer Beschleunigung. Also zog ich die Notbremse und mein letztes Ass in Form vom Vergaserspezialisten Horst Grafenberger in Berlin aus dem Ärmel. Knapp drei Stunden später war der Fehler gefunden – und so einfach! Die Zündung war um sage und schreibe 60° verstellt und mehrere Zündkabel beschädigt bzw. komplett funktionsuntüchtig. Das folgende Foto stellt das Bastlerherz des oder der Vorbesitzer klar hervor:

IMG_3645Nachdem wir nun gemeinsam den Motor auf OT gestellt und ich alleine sämtliche Zündkerzen und Kabel ersetzt hatte, läuft der Walfisch wie am ersten Tag herrlich ruhig. Ich könne ein Schnapsglas auf die Haube stellen und es würde nichts passieren! Juhu! Danke auch an André von www.gmmeetsveb.de und immer wieder Kurt aus Wien! Meine Rettung!

Bremsen

IMG_4183Nach und nach machte sich in den letzten Wochen ein unerträgliches Quitschen beim Bremsen bemerkbar und so entschloss ich mich, mal selbst Hand anzulegen. Also habe ich kurzerhand neue Bremsbeläge bei M&F bestellt, mir einen 3t Wagenheber gekauft und versucht die Bremsbeläge zu wechseln. Erstes Hindernis: ich hatte keinen 3/8 Allen Sechskant, um die Bolzen des Bremssattels zu lösen und keine 21mm Stecknuss für die Radbolzen. Ca. 30 EURO ärmer ging meine Versuchsreihe dann los und dank der Online-Anleitung von carrepairsmadeeasy.com hat das auch (fast) fantastisch geklappt. Man hätte mir nur sagen IMG_4182sollen, dass ich den Bremszylinder mit einer Klammer oder großen Zange zurückdrücken muss, damit die Beläge später auch auf die Bremsscheibe passen. Das habe ich dann nach einigem Fluch und an die Stirn klatschen selber herausgefunden. Wer nun einen Blick auf meine abgewetzten Bremsscheiben und den Verrosteten Bremssattel wirft, der ahnt schon was als Nächstes kommt 🙂IMG_4193

Mein schönestes Erlebnis war ein wundervoller kleiner Campingurlaub am Rheinsberger See, samt im-Auto-schlafen. Perfekt! Und erstaunlich, wie viel in den Walfischbauch passt 🙂 Natürlich blieben dabei auch unendlich Fachsimpeleien mit interessierten Menschen nicht aus!

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Pläne für die nahe Zukunft:

  • 2″ Spring Spacer samt 2″ Stoßdämpfer Shock Extender zur dauerhaften Höherlegung der Hinterachse
  • neue Heavy Duty Federn für die Hinterachse
  • neue Bremsscheiben und Bremssattel, samt neuer Bremsleitugen vorne und Bremsflüssigkeit
  • Stahlflexummantelungen für die Kabel im Motorraum
  • PreHeater Schlauch

 

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